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14.12.19 SK Gescher 2 - SG Ahaus-Wessum 2 Spieltermin

SK Gescher I erkämpft Auswärtspunkt beim Spitzenteam aus Olfen

Die Schachfreunde aus Olfen waren am 4ten Spieltag in der Verbandsliga Münsterland die erwartet schwierige Bewährungsprobe. Mit einem 4:4 nach knapp 5 Stunden Spielzeit stand am Ende eine Punkteteilung. Angesichts der Spielstärke des Olfener Teams und den Schwierigkeiten bei der Mannschaftsaufstellung ein toller Erfolg! Zwischenzeitlich sah es sogar nach mehr aus, allerdings hatten wir zum Schluss das Fortune auch wieder auf unserer Seite.

Terminkonflikte (Christoph und Ludger), ein kurzfristiger, kankheitsbedingter Ausfall (Hilmar) sowie unklare berufsbedingte Einsatztermine (Stefan) ließen eine endgültige Mannschaftsaufstellung erst am Spieltag zu. Stefan Lanfer hatte dann doch frei und konnte spielen und Namenskollegin Steffi Lanfer verlegte die erkältungsbedingte Schonzeit von der heimischen Couch an das Olfener Schachbrett. Danke dafür, Steffi! Auch Ralf Hanses gebührt unser Dank, dass er angesichts der Ausfälle in der Ersten frühzeitig seine Mitwirkung zusagte, so dass wir im Ergebnis alle Bretter besetzen konnten. Am Ende steuerten die Genannten auch jeweils wichtige Punkte zum Gesamtergebnis bei!

Lediglich an drei Brettern (1, 5 und 6) waren wir in etwa gleich stark „vorbenotet“ wie unsere Olfener Gegner. An den anderen Brettern hatten die Olfener auf dem Papier Leistungsvorteile von 50 bis 100 Wertungspunkten, an Brett 2 sogar 300 Punkte! Und trotzdem liefen fast alle Partien von Anfang an sehr ausgeglichen. Die angeschlagene Steffi schien es besonders eilig zu haben. Gegen ihren erfahrenen Gegner Beutelhoff (222 Wertungen!) nahm sie an Brett 3 mit ihren Schwerfiguren von Anfang an dessen kurz rochierten König aufs Korn. Am Ende entschied dann die Fesselung des Turms auf der 7ten Reihe die Partie zu ihren Gunsten, so dass wir mit 1:0 gegen 18.45 Uhr in Führung gingen. Kurz danach musste allerdings Frank Hisker an Brett 5 beim ersten Einsatz im Team seinem Gegner gratulieren. In einer französischen Partieeröffnung hatte Frank im 7ten Zug einen Mattangriff auf den kurzrochierten schwarzen König mit einem Läuferopfer auf h7 eingeleitet. Allerdings fand sein Gegner für seinen weißfeldrigen Läufer ein ideales Plätzchen auf f5, mit dem er die Mattdrohungen abwehren konnte. Nach mehreren Vereinfachungen und einem erzwungenen Damentausch gab Frank dann auf.

Punkt 19.00 Uhr konnte dann Bernhard an Brett 6 von seinem Gegner im 29ten Zug die Glückwünsche entgegennehmen. In einem Wolgagambit hatte Bernhard seine Schwerfiguren auf der a- und b-Linie gegen die weißen Bauern effektiv in Stellung bringen können. Sein Läufer und auch Springer standen ideal auf d4 und d3 im feindlichen Lager, abgesichert durch die starken Doppelbauern auf c4 und c5. Nach einem unvorsichtigen Manöver eines verteidigenden Springers konnte Bernhard dann eine Leichtfigur bei anhaltendem Angriff gewinnen. Zwischenstand: 2:1

Eine halbe Stunde später remisierte dann Ralf Hanses gegen seinen 100 Punkte besser vorbenoteten Gegner an Brett 8. In seiner Partie schien Materialabtausch bei beiden Spielern verpönt zu sein. Lediglich die sechs schwarzen und weißen Bauern in der Brettmitte waren frühzeitig vom Brett entfernt worden, so dass beide ihre Figuren in offenem Gelände in eine ideale Gefechtsstation brachten und auf Angriff spielten. Am Ende neutralisierten sich die beiden Angriffsformationen, keiner wollte unkalkulierbare Risiken eingehen, so dass friedlich der Punkt geteilt wurde.

Nahezu zeitgleich musste Julian an Brett 4 gegen seinen starken Gegner Pinno die Partie aufgeben. Seinem Gegner war es mit den weißen Steinen gelungen die offene d-Linie mit seinen beiden Türmen zu besetzen. Trotz Materialgleichheit war Julian daher immer im Verteidigungsmodus, konnte aber schließlich entscheidenden Materialverlust nicht verhindern. 2,5:2,5

Eine großartige Partie spielte Christian Scho (DWZ 2070) im Spitzenduell an Brett 1 gegen Christoph Koke (DWZ 2100). Die beiden zeigten Positionsschach auf höchstem Niveau, wobei Christian immer das bequemere Spiel zu haben schien. Irgendwie hatte es der Olfener versäumt, seinen König zu rochieren, der damit das ganze Spiel über von seinem Ausgangsfeld e8 dem Treiben der Figuren zusehen musste. Da gab es für Koke eine Menge zu rechnen, so dass er die letzten 10 Züge vor der Zeitkontrolle nur noch mit der Zeitgutschrift durchführen konnte, während Christian bei seinen Zügen über ein 10minütiges Zeitpolster verfügte. Mit der Zeitkontrolle hatte Christian die Materialsituation so vereinfacht und seine Figurenposition so verbessert, dass die Stellung auf dem Spielniveau gewonnen ist. Ein toller Sieg nach einer großen Energieleistung!

Mit der 3,5:2,5 Führung lag erstmals sogar ein Sieg im Bereich des Möglichen. Insbesondere Frank an Brett 7 hatte gegen seinen 50 Punkte stärker vorbenoteten Gegner eine gute Stellung erreicht. In hochgradiger Zeitnot auf beiden Seiten für die letzten zehn Züge suchte der Olfener Schwarzspieler sein Heil im Königsangriff, den Frank umsichtig abwehren konnte und materielle Vorteile zu haben schien. Der Olfener drohte jedoch immer wieder mit Springergabeln, die Frank erkannte und entschärfte. Als die Spannung nach gelungener Zeitkontrolle nachließ, erkannte Frank leider die Gefahr einer letzten Springergabel nicht, die augenblicklich die Entscheidung in der Partie brachte und zum Zwischenstand von 3,5:3,5 führte.

Jetzt musste also Stefan an Brett 2 in der letzten Partie gegen Alexander Bösel noch Zählbares holen. Von der Papierform her war es eigentlich ein Himmelfahrtskommando gegen den 300 Punkte stärkeren Olfener, der 2079 Punkte auf die Waage bringt. In der Caro Can Partie stand Stefan eigentlich von Anbeginn an unter Druck. Irgendwie gelang es ihm jedoch T+L+S so zu koordinieren, dass die Stellung irgendwie hielt und seine Bauern gesichert blieben. In hochgradiger Zeitnot vermochte er sogar die Stellung weiter zu vereinfachen, so dass ein Turmendspiel mit jeweils vier Bauern entstand, wobei der Olfener den kleinen Vorteil eines Freibauern auf der g-Linie hatte. Allerdings stand Stefans Turm aktiver und der weiße Stützbauer auf d3 durfte auf keinen Fall verloren gehen. In dieser Situation nahm der Olfener die Remisofferte von Stefan an, so dass die Mannschaften sich die Punkte teilten.

Fazit: Ein wichtiges Unentschieden für den SK Gescher I gegen eine starke Olfener Mannschaft. Christian, Steffi und Stefan haben durch ihre Erfolge gegen starke Gegenspieler die Grundlage für dieses wertvolle Unentschieden gelegt. Wir werden weiter versuchen im oberen Drittel mitzumischen!